Salutogenese- oder: Wenn dein Körper mit dir spricht

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Zwickts im Rücken? Oder läuft die Nase? Tun die Knie weh oder steht das Blut unter Druck? Es gibt einen gesundheitlichen Ansatz, der diese Krankheitssymptome als Botschaft unseres Körpers interpretiert. Vielleicht hast du schon mal von Louise Hay gehört, von ihr gibt es beispielsweise ein kleines Buch, in dem sie solche Botschaften entschlüsselt und auch gleich die entsprechende Heilungsaffirmation anbietet. Allerdings…wenn wir lernen, wieder auf den Körper zu hören, braucht es kein Hochschulstudium, um die Nachrichten zu entschlüsseln. Gesundheit ist kein von außen beeinflussbares Gut. Vielmehr hängt es damit zusammen, ob Fühlen, Denken und Handeln im Einklang miteinander funktionieren. Wenn wir bei unseren Beispielen von oben bleiben wollen, sollte ich mich fragen,  wo im Leben ich zu schwer trage. Was ich nicht mehr riechen mag. Welcher Weg nicht mehr gangbar erscheint (oder noch nicht?) oder wo ich vielleicht mal Dampf ablassen muss. Wir alle sind so erzogen worden, Signale des Körpers zu überhören. „Ein Indianer kennt keinen Schmerz“, „stell dich nicht so an“, „Jungs heulen nicht“, „Wenn du denkst, dass du nicht mehr kannst, kommst du nochmal so weit“…wer kennt diese wohlgemeinten Rat-schläge (jeder Ratschlag ist auch ein SCHLAG) nicht? So hören wir auf hinzuspüren, hinzuhören, was uns der Körper zu sagen hat und verlieren die Fähigkeit zur Selbstwahrnehmung. Wir legen uns eine dicke Haut zu, bis daraus ein starrer Panzer wird (Übergewicht?) und Körper, Geist und Seele aus dem Gleichgewicht geraten. Schon der englische Arzt Edward Bach (Erfinder der Bachblütentherapie) erkannte, dass „geistige Irrtümer dazu führen, dass sich die Seele eines Menschen aus ihrer Verbundenheit mit dem großen Ganzen entferne und sich dadurch im Körper, also auf der materiellen Ebene des Seins, seelische und physische Krankheiten maifestieren könnten“. Oder auf deutsch: Krankheit entsteht, wenn wir uns von unserer eigenen Stimmigkeit entfernen. Fühlen wir uns aufgehoben in unserer Welt, verbunden, bestenfalls sogar geführt und beschützt, und handeln wir auch im Einklang damit, ist Gesundheit die logische Konsequenz. Also was heißt das jetzt genau? Das heißt vor allen Dingen, dass wir selbst verantwortlich sind dafür, wie es uns geht: Zuerst muss ich mir eingestehen, dass etwas in meinem Leben nicht so läuft, wie ich mir das wünsche. Und die Entscheidung treffen, das ändern zu wollen. Dazu gehört Mut. Der Mut wieder genau hinzuschauen, wo ich Baustellen habe, vor denen ich jahrelang die Augen verschlossen habe. Dann braucht es Eigenverantwortung. Denn niemand anders ist für diese Baustellen verantwortlich als ich selbst. Da hat keine schwere Kindheit dran schuld, kein Außenseitertum in der Schule und auch kein Mobbing im Job. Sondern ich selbst. Und nur ich selbst kann diesen Zustand wieder ändern. Dazu braucht es dann Ehrlichkeit: Wo im Leben gehe ich Kompromisse ein, vielleicht des lieben Friedens willen, die aber eigentlich nicht tragbar sind für mich? Wo habe ich mich so weit von meinen Wünschen, Zielen, ja sogar Grundsätzen für mein Leben entfernt, dass ich die Verbindung zu meinen Gefühlen kappen musste? Um Schmerz und Kummer nicht fühlen zu müssen, um nicht jemand anderen zu verletzen oder oder? Die Liste ist lang und individuell. Und ist dieser Schritt geschafft, kann die eigentliche Heilung beginnen. Der Schmerz darf angenommen, gefühlt werden, der Prozess der Selbsterkenntnis setzt ein und eine Reise zu sich selbst beginnt. Wir müssen also wieder lernen, zu fühlen, die Botschaften des Körpers wahrzunehmen, uns selbst wieder wahrzunehmen und dafür einzustehen. Respekt für sich und andere zu haben, und das Handeln wieder in Übereinstimmung zu bringen mit dem, was mir guttut. Wahrnehmen und Fühlen sind also ein ständiger und sich selbst fördernder Kreislauf. Fühle, wie es dir geht. Ändere deine Handlung. Nimm wahr, was sich verändert und wie sich die Veränderung anfühlt. Und beginne wieder von vorne. Sei dabei geduldig und rücksichtsvoll mit dir selbst, respektvoll und liebevoll und komm so wieder mit dir selbst in Kontakt. Frage dich selbst, was es braucht, damit es dir gutgeht. Und handele danach. Dann führt dich dein Weg zwangsläufig zu Gesundheit, Gelassenheit, Selbsterkenntnis und letztendlich in eine bessere Welt.

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